Zwischen Frost und Unendlichkeit – Die Sternenwanderung
Es war ein doppelter Auftakt für den KGV Neukirchen: Nicht nur die erste Wanderung des Jahres 2026, sondern gleichzeitig eine Premiere – unsere erste Sternenwanderung überhaupt. Dass wir uns am Samstag, dem 10. Januar, dabei zunächst den Launen des Winters beugen mussten, tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil.
Eigentlich war eine längere Route am Eisenberg geplant, doch tiefer Schnee und strenger Frost verlangten nach einer Planänderung. Statt sich am REWE-Parkplatz zu treffen und gemeinsam zum Eisenberg zu fahren, kamen die rund 20 Teilnehmer direkt an der Eichwaldhütte zusammen. Vielleicht war das genau die richtige Entscheidung. Denn wer dort ankam, wurde sofort von knisternder Wärme empfangen: Martin und Björn hatten bereits ein Feuer entzündet – ein wohliges Versprechen für später, wenn die Kälte in die Glieder kriechen würde.
Um 18:30 Uhr brachen wir unter der Führung von Björn und Martin Diebel auf. Und das Wetter meinte es gut mit uns. Hatte sich der Nachmittag noch grau gezeigt, riss der Himmel pünktlich zum Abend auf. Die Luft war eisig, aber glasklar – Bedingungen, wie man sie sich für den Blick in die Sterne nicht besser wünschen könnte.
Der Spaziergang rund um die Hütte war zwar kürzer als gedacht, aber dafür umso intensiver. An drei Stationen blieben wir stehen, um den Kopf in den Nacken zu legen. Björn und Martin nahmen uns mit auf eine gedankliche Reise, die weit über den verschneiten Wald hinausging: vom vertrauten Sonnensystem über unsere Milchstraße bis in die kaum fassbaren Tiefen des Universums.
Der Nachthimmel diente als riesige, funkelnde Leinwand. Wir lernten, wo der Jupiter gerade seine Bahnen zieht, wie wir uns orientieren können und entdeckten alte Bekannte neu: den Orion, den Schwan, den Großen Wagen und Sirius, der gerade über den Horizont stieg.
Es sind Momente, in denen man sich klein fühlt, wenn man von den unfassbaren Entfernungen da oben hört. Durch anschauliche Vergleiche schafften es die beiden Wanderführer aber, das Unbegreifliche greifbar zu machen. Dass der Funke übersprang, merkte man an der Gruppe: Trotz der Kälte hörten alle gespannt zu, fragten nach und ließen den Blick schweifen.
Nach einer guten Dreiviertelstunde ging es zurück ins Warme – oder besser gesagt: ans Warme. Rainer Keim hatte in der Zwischenzeit das Feuer geschürt, dessen Schein uns schon von Weitem begrüßte. Es gibt wenig Besseres, als nach einem Frost-Spaziergang mit einer Brezel und einem heißen Glühwein am offenen Feuer zu stehen. Auch Pfefferbeißer, Wildschwein-Stracke, Käse und andere Getränke standen bereit, und schnell war die Kälte vergessen.
Ganz vorbei war der offizielle Teil aber noch nicht. In dieser gemütlichen Runde erzählte Martin noch die Geschichte der „Sieben Schwestern“, jener Sternenansammlung der Plejaden, die man oft sieht, aber deren Geschichte man selten kennt. Es war der passende, ruhige Ausklang für diesen Abend. Ein gelungener Start ins Wanderjahr 2026, der zeigte, dass man gar nicht weit laufen muss, um weit blicken zu können.















